Perspektivenwechsel richtig gemacht 

"Wenn man es so betrachtet, haben Sie schon recht, aber..." Wie oft haben Sie diesen Satz schon gehört? Oder wie oft sagen Sie das oder etwas Ähnliches zu sich selbst?


Einen neuen Blick auf die Dinge zu werfen ist nicht immer einfach. Erstens ist es meist nicht leicht sich von seinen alten Sichtweisen zu trennen und zweitens steckt darin Ungewissheit und die führt auch schnell zu persönlicher Unsicherheit. So ein Gefühl ist natürlich nicht erstrebenswert. Ein Perspektivenwechsel ist für viele Menschen aber sogar eine wahrhafte Rettung, eine Befreiung oder Erlösung. Wie schön ist es, wenn sich jemand, der die felsenfeste Überzeugung hatte Opfer seines Schicksals zu sein, sich plötzlich ein Herz fasst und zum Gestalter seines Lebens wird.

Wege formen sich oft zufällig

Wenn wir uns kurz des Bildes der Entstehung eines Wegs bedienen, könnte das vielleicht so vonstattengegangen sein: Ein Mensch schlenderte frohen Mutes kreuz und quer durch eine dicht bewachsene Wiese. Es verblieb eine Spur. Da kam sodann ein ganzer Tross von Leuten. Diese sahen die Spur im Feld und folgten ihr. So kamen noch mehr Reisende und aus der Spur wurde Stück für Stück ein Weg. Ist dies nun ein guter Weg... oder gar der Beste?

Verhaltensmuster, Prozesse, Abläufe und Rituale sind häufig ein Resultat der Umstände zur Zeit Ihrer Einführung oder Entstehung. Sie werden häufig unreflektiert übertragen und übernommen. So wie der Weg zufällig entstanden sein kann aber nicht zwingend der Beste ist, verhält es sich oft mit dem Gewohnten. Eine Betrachtung dessen aus einer anderen Ecke kann da schon sehr sinnvoll und nützlich sein.

Was tun?

In der Erlebnis- und Outdoorpädagogik unterstützen wir in einem sehr großen Maße diesen Perspektivenwechsel. Wir schauen uns mittels Übungen oder Spiele, die als erlebte Metapher dienen, die Abläufe oder Routinen an und reflektieren sie in einem natürlichen Umfeld, fern von Gewohnheiten oder starren Standards. Als weitere Lösungsansätze, möchte ich Ihnen auch folgende Gedanken mitgeben, was Sie auch tun könnten:

1. Unternehmen Sie etwas Außergewöhnliches!

Das ist ein Aufruf, den Sie in meinem Newslettern immer wieder lesen werden. Anders zu tun und anders zu denken ist eine wichtige Grundlage um Neues zu erreichen.

2. Nehmen Sie andere Positionen ein!

Ich meine das nicht nur sinnbildlich sondern auch physisch. Setzen Sie sich mal an einen anderen Schreibtisch. Benutzen Sie einen anderen Eingang. Stellen Sie sich mal anders hin, als Sie das sonst tun. Sie werden sehen es bewegt sich etwas.

3. Erst notieren und dann reflektieren!

Eilen Sie bitte nicht zu Schlussfolgerungen und Erkenntnissen. Wenn Sie einen Positionswechsel vornehmen oder etwas Unübliches tun, geben Sie sich bitte die Zeit um zuerst wahrzunehmen was Sie erleben. Machen Sie sich schriftlich ein paar Notizen und reflektieren Sie wenn möglich erst danach. Das ist auch der Grund warum im "Brainstorming" im ersten Schritt die Ideen ungefiltert aufgeschrieben werden. Zensurieren Sie sich nicht von Beginn an, sondern wachsen Sie mit der freien Selbstbeobachtung.

Welche neuen Gedanken haben Sie jetzt?

Wenn ich Sie jetzt nach Ihren neuen Gedanken frage, widerspricht das ein wenig dem letzten Ratschlag. Notieren Sie sich vielleicht welche Impulse diese Gedanken bei Ihnen wecken? Haben Sie Lust bekommen vielleicht einen Moment aufzustehen, das Fenster aufzumachen und einmal tief Luft zu holen? Dann tun Sie's doch einfach!