Der Weg ist das Ziel

Wirklich? Zu oft haben wir diesen Satz schon gehört, oder? Also geht es nicht immer nur um "Erfüllung des Soll" und "Zielerreichung", oder doch? Wie stehen Sie dazu?


Coaching ist ein ziel- aber vor allem lösungsorientierter Prozess, es sind also sowohl Weg als auch Ziel von Bedeutung. Das bewusste Beschreiten des Wegs und Klarheit der Richtung sind wichtig. Da diese Situation oft ein Dilemma darstellt habe ich dieses Thema für diesen Beitrag ausgewählt. Ich möchte Sie einladen ein wenig mit mir darüber nachzudenken... am Besten in dem wir uns gemeinsam auf einen Gedankenspaziergang begeben. Mit dieser Coaching-Übung können Sie Ihren Weg und Ihr Ziel metaphorisch erkunden. Beobachten Sie selbst, worauf Sie mehr den Fokus legen!

In dieser Übung geht es darum, dass Sie sich das Ziel und den Weg dorthin gedanklich ausmalen indem Sie sich in Ihrer Vorstellung "auf die Reise begeben". Der Fantasie-Weg und dieses Experiment sind eine Möglichkeit Ihr Vorhaben aus einer anderen Perspektive zu betrachten und eventuell Erkenntnisse zu erlangen, die Ihnen bei der Zielerreichung und auf dem Weg dorthin von Nutzen sein könnten.

Viel Vergnügen all jenen, die es ausprobieren möchten!

Die Übung:

Denken Sie bitte einen Moment lang an ein Ziel das Sie gerade verfolgen. Stellen Sie sich vor Ihr Ziel wäre tatsächlich auch ein physischer Ort, den man besuchen kann. Stellen Sie sich auch vor, dass es sogar einen Weg dorthin gibt. Es steht Ihnen frei, dieses Bild gedanklich auszuschmücken, ganz wie Sie möchten. Wenn Sie gerade Zeit und Lust dazu haben, können Sie auch Ihr inneres Bild zu Papier bringen.

1. Wie ist dieser Weg?

Beginnend von dem derzeitigen Standpunkt achten Sie bitte zunächst darauf welchen Charakter Ihr imaginativer Weg hat. Ist er steinig, hart, feucht, abgefahren, rau, sanft, bergauf, bergab? Beschreiben Sie ihn in ein paar Worten!

2. Woher kommen Sie und wohin gehen Sie?

Sie haben wahrscheinlich schon ein Stück Weg hinter sich gebracht. Ein weiterer Teil der Strecke liegt noch vor Ihnen. Was ist bereits geschehen? Wie ist der Ausblick nach vorne?

3. Woran werden Sie erkennen, dass Sie dort angekommen sind, wo Sie hin wollen?

Was werden Sie tun, wenn Sie am Ziel sind? Was wird ein Gefühl der Zufriedenheit auslösen, dass Sie nahezu dazu zwingt zu lächeln?

Hier würde ich vor allem darauf achten, dass Sie eine möglichst präzise Vorstellung davon haben, was Sie ansteuern.

4. Welche Teilstrecken wird dieser Weg haben?

Wenn Ihr Weg länger ist und das Ziel noch etwas entfernt, dann könnte es hilfreich sein gewisse Abschnitte zu identifizieren. Geben Sie den Abschnitten Namen. Was wäre, wenn an jedem Abschnitt ein Bänkchen stünde und zur Rast einlädt? Haben Sie Belohnungen für die Zielerreichung eingeplant?

5. Welche Ressourcen haben Sie?

Ein Kernelement in dieser Übung sind auch Sie als Wegbeschreiter/in. Wie geht es Ihnen auf diesem Weg? Was sind die Schwierigkeiten mit denen Sie kämpfen? Was motiviert Sie? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten setzten Sie ein, um an Ihr Ziel zu kommen? Gibt es weitere Ressourcen, die Sie aktivieren könnten, sollten oder wollen?

6. Wer begleitet Sie?

Es mag ja schön sein alleine einen (Gedanken) Spaziergang zu machen. Vielleicht sehnen Sie sich aber nach einem Begleiter in diesem Bild... oder gleicht Ihr visionärer Weg gar einer Völkerwanderung auf der rund um Sie viel zu viel Trubel herrscht?

Wenn Sie sich aussuchen könnten, wie Ihr soziales Umfeld auf dem Weg gestaltet ist, wie unterscheidet es sich von dem wie es jetzt ist?

7. Was bedeutet das für Ihre nächsten Schritte?

Nachdem Sie die verschiedensten Beobachtungen angestellt haben, sollten Sie gegen Ende der Übung eine innerliche Zusammenfassung machen. Vielleicht gibt es 1-2 Dinge, die Ihnen aufgefallen sind. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie als nächstes einleiten und welcher Gedanke wird Sie dabei am besten Unterstützen?