Wollen Sie es auch wirklich?

[geschätzte Lesedauer ca. 3:25 Min.]

Eine persönliche Unterhaltung in welcher meine Gesprächspartnerin plötzlich sagte "Ja, man muss aber auch wirklich wollen, was man will!" war für mich der Anstoß intensiver über dieses Thema nachzudenken und diesen Beitrag zu verfassen und mit Ihnen zu teilen.

Wenn Sie auch das "eigentlich" in Ihrem Wollen loswerden möchten, das Auflisten von Vor- und Nachteilen Ihnen weiterhilft, aber die Sache auch nicht löst bzw. Sie sich auch manchmal dabei ertappen, dass Sie über Ihren WAHREN Neigungen und Träume nachdenken und denken da gibt es noch mehr, sollten Sie unbedingt jetzt weiterlesen.


"Eigentlich" schon!

Dieses kleine Wörtchen ist eine der häufigsten (rhetorischen) Fallen beim Erreichen dessen was man will. Es scheint so harmlos und steht doch für so viel. Manchmal rechtfertigt es, dann erklärt oder begründet es denn Gedanken auf den keine Aktion folgt. Allerdings löst es eigentlich sehr wenig.

Wann und wie häufig nutzen Sie dieses so beliebte - als auch unbeliebte - Füllwort?
Starten Sie heute folgendes Experiment: Achten Sie die nächsten 3 Tage ganz genau darauf wie häuft Sie dieses Wort verwenden! Notieren Sie sich dann, was Sie beobachtet haben! Sie können anschließend auch darüber nachsinnieren, was denn anders wäre, wenn Sie das "eigentlich" weglassen? Ich bin sehr gespannt darauf, was Sie entdecken.

Es gibt mehr als Vor- und Nachteile

Was wir wollen ist vor allem dann wichtig oder relevant, wenn wir vor einer Entscheidung stehen... die Sie betrifft. Sich die Vor- und Nachteile diverser Optionen vor Augen zu führen, ist ein nützlicher Ansatz. De facto gibt es ganz viele Modelle und Tools zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung (siehe hier).

Was hilft Ihnen jedoch sich mehr Klarheit über das zu verschaffen, was Sie wollen? Mein Gedanke dazu ist, dass das richtige System vielleicht nicht gar so relevant ist wie, die richtige Frage oder Haltung bezogen auf eine Sache.

Was machen zum Beispiel folgende Fragen mit Ihnen:

  • Wer oder was profitiert (in welcher Form davon), wenn Sie Ihr Wollen nicht umsetzen?

  • Welchen Preis müssten Sie zahlen?

  • Welche Ressourcen (innere und äußere) brauchen Sie noch?

  • Wie würde erfolgreiches Tun und Umsetzung Ihr Selbst(bild) verändern?

  • Angenommen Sie schaffen es tatsächlich, was schaffen Sie damit noch?

Tun Sie es!

Aufmerksame Leser, haben diese Überschrift bzw. Aufforderung schon öfters von mir gelesen, denn das ist es wozu ich Sie immer wieder durch meine Beiträge verführen möchte ist: Dinge zu tun und aus den reflektierten Erfahrungen zu lernen und zu wachsen. Tun Sie! Nicht nur "einfach so".

Das Wollen und die Arbeit

Ergänzend fällt mir zu diesem Thema noch der Sozialphilosoph Fritjof Bergmann mit Wurzeln in Österreich, Deutschland und den USA ein. Bergmann hat sich in seiner Forschung über die Neue Arbeit und die Zukunft der Arbeit (siehe "Neue Arbeit Neue Kultur") unter anderem dem Thema "Wollen und Arbeit" gewidmet. Eine seiner Kernaussagen diesbezüglich ist sinngemäß, dass sich "Menschen in ihrer beruflichen Aktivität nach und nach an dem orientieren werden, was sie wirklich, wirklich wollen um sich so allmählich unabhängiger von dem Lohnarbeitssystem zu machen."

Nun ja, um das zu tun was man denn auch eigentlich machen möchte, muss man also nicht nur wirklich wollen was man will sondern auch wissen was man will. Wissen Sie es schon?... und setzen Sie auch um, was Sie wirklich, wirklich wollen?