Eine Reise im Namen der Bildung

Alltag im Bereich der europäischen Projekte im Bildungssektor

Anreise der Projektpartner

Trabzon ist nicht jedem ein Begriff, außer vielleicht so manchem Globetrotter, Geografen oder österreichischen Fußballfan. Denn die wissen, dass der österreichische Nationalspieler Marc Janko bei deren Fußballteam spielt. Für jene, die es nicht kennen: Trabzon mit rund 900.000 Einwohnern, liegt im Nord-Osten der Türkei, ca. 300 km südlich von Sotschi, an der Küste des schwarzen Meers. Diese Stadt war der Austragungsort für eines dieser Projektmeetings im europäischen Kontext an denen ich teilnahm.

Gemeinsam mit der Leiterin für internationale Projekte des österreichischen Unternehmens, welches ich dort vertrat, reiste ich Mitte März dorthin. Am Flughafen in Istanbul gingen wir noch den Ablauf und die Vorstellung der Inhalte, die ich zuvor ausgearbeitet hatte durch. Zur gleichen Zeit reisten auch die diversen Projektpartner aus Bulgarien und Lettland sowie aus diversen Ecken und Enden der Türkei an.


Training of trainers

Das Projekt wegen dem wir den langen Weg auf uns genommen haben heißt "BACK 2 NATURE - Training von Trainern im ländlichen Tourismus". Aufgrund meiner Erfahrung als Interimsmanager im Tourismus-Betrieb meines Schwagers vergangenen Winter hatte ich diesmal besonderes Interesse und einen starken Bezug zu dem Projektthema.

Ziel des Projekts ist es Ausbildnern und Trainern, die mit den Anbietern im ländlichen Tourismus arbeiten zu helfen. Es sollen hierzu eine Lernplattform und ein Handbuch erstellt werden. All diese Projekte, die eine Co-Finanzierung durch die EU erhalten, haben im Grunde eine sehr ähnliche Struktur und das Ziel ist es immer konkrete Ergebnisse, wie Handbücher, Trainingscurriculums, Webseiten etc. zu produzieren, die dann auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können.

Das Meeting und das rund herum

Am Morgen nach dem Anreisetag um Punkt 9.30h waren schließlich auch alle Meetingteilnehmer in der Industrie- und Handelskammer von Trabzon eingetroffen. Unter dem Vorsitz eines Universitätsprofessor aus Istanbul wurde auch sogleich das Meeting der ca. 25 Teilnehmer mit Simultanübersetzung (Türkisch-Englisch) in dem einer Staatskanzlei gleichenden Sitzungsraum eröffnet. 

Auf der Agenda stand "Training", also wartete ich gespannt was wir denn nun lernen würden. Bald stellte sich heraus, dass es sich um einfache Präsentationen und kein Training nach meinem Verständnis handelte. Die Partner stellten jeweils einfach ihre erarbeiteten Module vor. Im scharfen türkischen Ton gab es raue, jedoch süß verpackte aber durchaus konstruktive Kritik seitens der vorsitzenden Akademiker. Gut, dass ich unseren Teil erst nach dem Mittagessen vorstellen musste. So konnte ich in den Pausen meinen Teil noch dementsprechend anpassen und auch noch eine Präsentation dazu erstellen. Auch wenn ich gesehen hatte dass eher Präsentationen erwünscht waren, konnte ich es mir nicht verkneifen und baute trotzdem ein paar interaktive Trainings-Elemente in meinen Teil ein. Schließlich hätte ich mich ja auf die Agenda berufen können. Der Beitrag war aber allgemein sehr willkommen, die Interaktionsübungen sind geglückt und statt Kritik wurde Lob ausgesprochen.

Die Meetingstunden vergingen an diesen zwei Tagen ziemlich rasch. Nach den Meetings nutzte ich die kurze Freizeit und ging an der Küste joggen. Dort begegnete ich vielen Jugendlichen, die vor allem mit ihren Smartphones Krawall machten, Frauen die mit Kopftuch bekleidet Sport machten oder auch einem älteren Herrn, der mit seinem schwarzen Lämmchen an der Leine spazieren ging.

Wie bei all diesen Meetings war für mich aber auch diesmal der soziale Austausch mit den Partnern beim Abendessen sowie bei der gemeinsamen Kaffeepause besonders wertvoll. So sprach ich mit den Einheimischen über die innenpolitische Situation ihrer Länder und tauschte mich über soziale, berufliche aber auch private Themen aus. So ein interkultureller Austausch ist sehr bereichernd. 


Social Impact und Carbon Footprint

Nach meiner Rückkehr nach Österreich, habe ich nicht nur wieder in paar Flugmeilen mehr auf meiner Vielflieger-Konto, sondern auch wieder jede Menge interessante Eindrücke gewonnen. Ich hoffe nun, dass das Projekt erfolgreich ist und sinnvoll eingesetzt wird. Natürlich habe ich hier auch meine Zweifel, da ich schon mehrmals ziemlicher Halbherzigkeit und Mismanagement im Bereich dieser Projekte begegnet bin. Es bleibt mir die Hoffnung, dass der positive Social Impact größer als der Carbon Footprint ist, den ich hierbei hinterlassen habe.

Jetzt bin ich froh, dass das vorerst meine letzte Reise für dieses Unternehmen war und bin in freudvoller Erwartung neuer spannender Entwicklungs-Projekte.

Infos zu dem Projekt unter: http://natureproject.eu/